TECHNOLOGIE
Google nimmt KI-Funktionen für Schulkonten standardmäßig aus dem Betrieb und koppelt die Suche daran
Bis Schulverwaltungen Gemini und Classroom-Funktionen einzeln freigeben, bleiben sie für K-12-Konten aus; Politiker werfen Google Erpressung und Missbrauch seiner Marktmacht vor.

Google wird seine KI-Werkzeuge für Schülerkonten von der Vorschule bis zur zwölften Klasse nicht mehr automatisch freischalten. Gemini, Gemini Notebook und Gemini in Classroom bleiben nach Angaben des Konzerns deaktiviert, bis Schulverwaltungen sie einzeln aktivieren. Damit entscheidet nicht mehr die Voreinstellung, sondern der Verwaltungsakt über den Einsatz generativer KI im Unterricht – ein Vorgang, der die Debatte um Verbreitung und Kontrolle von KI-Angeboten in öffentlichen Bildungssystemen berührt. Xataka zufolge umfasst die Standardabschaltung auch die Google-Suche; die auf Agenturmeldungen beruhenden Berichte betonen demgegenüber, dass Schulen die Suche nicht ohne die KI-Funktionen anbieten können.
Google-Vize für Bildung, Chris Phillips, sagte der „New York Times“, Suche und KI seien tief integriert (übersetzt: „la búsqueda y la IA están profundamente integradas“). Verzichte eine Schule auf KI, könnten Schüler nicht auf die Suchmaschine zugreifen und erhielten einen Hinweis ihrer Schule, dass sie nicht verfügbar sei. Google erklärte, die Änderungen gäben Schulen „mehr Optionen, nicht weniger“ (übersetzt); Schulen hätten den Wunsch nach Kontrolle geäußert. Xataka führt die Neuerung auf Beschwerden von Lehrkräften zurück, die mehr Kontrolle verlangt hätten. Die Bezirksverwaltung von Los Angeles teilte mit, sie prüfe die Ankündigung und mögliche Folgen für Schulen, Lehrkräfte und Schüler; KI könne Unterricht verbessern, wenn sie sorgfältig und mit klaren Sicherungen eingeführt werde, und müsse Lehrkräfte unterstützen statt sie zu ersetzen.
Im August hatte Google Gemini im Classroom für Schüler aller Altersstufen geöffnet, mit klassen- und aufgabenbezogenen Eingabeaufforderungen und Übungstests; in Schulen, die Gemini bereits nutzten, wurde die Funktion automatisch aktiviert. New York und Los Angeles kündigten im September an, den Zugang zu KI-Werkzeugen auf Schulgeräten einzuschränken. Der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, warf Google auf X vor, seine marktbeherrschende Stellung zu nutzen, um KI in öffentlichen Schulen durchzusetzen; kein Unternehmen solle bestimmen, wie Kinder unterrichtet würden (übersetzt). Der Senator Bernie Sanders nannte die Maßnahme laut Xataka auf X „Erpressung“ (übersetzt). Die Senatoren Richard Blumenthal und Josh Hawley hatten zuvor in einem Schreiben gefragt, warum KI-Funktionen auf Schulcomputern automatisch aktiv waren; darin wird die Zahl von mehr als 150 Millionen Schülern genannt, die Classroom weltweit nutzen.
Lehrkräfte befürchten laut Xataka, KI-Zusammenfassungen könnten Schüler davon abhalten, Quellen zu vergleichen und eigene Schlüsse zu ziehen. Ein in dem Bericht zitierter Schuladministrator verlangt Gelegenheiten, Quellen zu prüfen, „bevor sie überhaupt mit einer KI-Synthese begonnen haben“ (übersetzt). Xataka nennt zudem eine Studie der Washington University in St. Louis, nach der nur rund 42 Prozent der KI-Zusammenfassungen über ihre eigenen Quellenangaben vollständig überprüfbar waren; Google verweist auf „rigorose Tests“, die Zusammenfassungen würden „laufend besser“. Der Konzern will Guided Learning in Suche und KI-Zusammenfassungen integrieren und zunächst an ausgewählten US-Schulen erproben. Zum Inkrafttreten weichen die Angaben ab: Xataka nennt Anfang 2027, die auf AFP beruhenden Berichte eine globale Einführung ohne festen Termin; Details will Google den Schulen in den kommenden Monaten mitteilen.
Sources
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