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WIRTSCHAFT & MÄRKTE

Wahlsieg der Demokraten löst Verkaufswelle bei KI- und Halbleiterwerten aus

Der Nasdaq verliert 5,5 Prozent, weil Anleger nach dem Sieg der Demokraten strengere Regeln für Rechenzentren und eine gebremste Investitionswelle in die KI-Infrastruktur befürchten.

5 Nov, 22:41 · 29 sources · 2 min

Wahlsieg der Demokraten löst Verkaufswelle bei KI- und Halbleiterwerten aus

Zwei Tage nach dem Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen vom 3. November und einen Tag nach der kurzlebigen Erholungsrally ist die Wall Street am Donnerstag, dem 5. November, unter einer Verkaufswelle in Technologie- und Halbleiterwerten eingebrochen. Der Auslöser wird in den vorliegenden Berichten übereinstimmend dem Wahlausgang zugeschrieben: Mehrere neu gewählte Demokraten, darunter die künftige Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, hatten sich für einen Baustopp neuer Rechenzentren ausgesprochen. Damit steht die physische Grundlage der KI-Expansion zur Disposition – Rechenzentren, Chips und die Energie zu deren Betrieb. Die massiven Investitionen der Tech-Konzerne in KI und Rechenzentren gelten in den AFP-Berichten als einer der wichtigsten Motoren der US-Aktienmärkte und des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre.

Der Nasdaq Composite schloss 5,52 Prozent tiefer bei 24.315 Punkten, der S&P 500 verlor 4,36 Prozent, der Dow Jones 3,44 Prozent auf 51.523,06 Zähler. Nach Dow-Jones-Daten, die die BBC zitiert, summierten sich die Kursverluste der im Nasdaq gelisteten Technologiewerte auf rund 2,5 Billionen Dollar; der Guardian beziffert den Wertverlust des gesamten US-Aktienmarkts an diesem Tag auf mehr als 3,2 Billionen Dollar. Am härtesten traf es die Halbleiterhersteller: Nvidia fiel um 9,2 Prozent, AMD um rund 17 Prozent, der Philadelphia-Semiconductor-Index um 12 Prozent. Der Volatilitätsindex VIX stieg um knapp 70 Prozent. „Der Markt bewegt sich vom Versprechen der KI zum Preis der KI“, sagte Ted Parkhill von Incline Investment Management.

Die Welle erfasste Asien und Europa. In Seoul wurde der Handel zeitweise ausgesetzt, nachdem der Kospi im frühen Handel um 8,5 Prozent eingebrochen war; der Nikkei 225 verlor 5,98 Prozent. In Europa hielten sich die Verluste in Grenzen: Frankfurt und London gaben 0,43 Prozent nach, Mailand 1,03 Prozent, Paris legte 0,34 Prozent zu – der Schweizer SMI verlor laut Blick 0,42 Prozent. Die UBS schätzt, dass rund 30 Prozent der für 2028 geplanten zusätzlichen US-Rechenzentrumskapazität durch Baustopps gefährdet sind. Elon Musk, der laut BBC knapp 450 Millionen Dollar für republikanische Kampagnen ausgegeben hatte, verlor mit Tesla und SpaceX zweistellig.

Ob daraus eine dauerhafte Neubewertung wird, ist offen. Anna Wu von Floodlines Research verwies gegenüber ABC darauf, dass Präsident Trump weiterhin ein Veto habe; die Bewegung sei „eher ein Stimmungsschock als eine Veränderung der Fundamentaldaten“. Le Temps zitiert Analysten, die die mittelfristigen Folgen der Wahl nuancieren. Nächste Wegmarke sind die Quartalszahlen von Cisco, CoreWeave, Applied Materials, Cerebras und Nebius in der kommenden Woche; im Januar 2027 übernehmen die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern.

Sources

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