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WIRTSCHAFT & MÄRKTE

Nach dem US-Wahlausgang: Nasdaq erholt sich, KI-Infrastruktur bleibt politisches Risiko

Ein Tag nach dem schwersten Kurssturz seit April 2025 gewinnt der Nasdaq gut ein Prozent; offen bleibt, wie stark politische Auflagen den Ausbau der Rechenzentren bremsen.

5 Nov, 22:42 · 22 sources · 2 min

Nach dem US-Wahlausgang: Nasdaq erholt sich, KI-Infrastruktur bleibt politisches Risiko

Am Freitag hat sich der Technologiesektor an der New Yorker Börse teilweise erholt: Der Nasdaq Composite schloss 1,09 Prozent fester bei 24.579,42 Punkten, der S&P 500 legte 0,31 Prozent auf 7.376,87 Zähler zu, der Dow Jones Industrial Average verlor 0,46 Prozent auf 51.285,73 Punkte. Am Vortag war der Composite um 5,52 Prozent eingebrochen – der stärkste Tagesverlust seit April 2025 –, während der Nasdaq 100 6,36 Prozent einbüßte und damit den schwächsten Handelstag seit der Corona-Pandemie 2020 verzeichnete. Im Zentrum standen Unternehmen, die Chips liefern und Rechenzentren errichten, also die Grundlage des KI-Booms; politische Auflagen für genau diese Infrastruktur gelten in den Berichten als Auslöser des Ausverkaufs.

Als Auslöser gilt der Ausgang der Zwischenwahlen. Newsweek zufolge standen Rechenzentren in 41 Volksabstimmungen in zehn Bundesstaaten zur Entscheidung, und in allen bis auf eine sprachen sich die Wähler für eine Beschränkung oder ein Verbot aus; CBS News beruft sich auf die Beratungsfirma Redbud Consulting, die von mehr als 40 angenommenen Vorlagen spricht. In Texas, wo nach einer von Newsweek zitierten Schätzung von Wells Fargo 27 Prozent der geplanten US-Rechenzentrumskapazität in Gigawatt entstehen sollen, hat die designierte Gouverneurin Gina Hinojosa im Wahlkampf ein sofortiges Moratorium für neue Genehmigungen gefordert. Der Barclays-Forschungschef Ajay Rajadhyaksha verwies laut einem FT-Beitrag auf dem Portal UOL darauf, dass ein solcher Schritt nur neue Lizenzen beträfe und befristet wäre; Projekte für 2027 dürften dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Die Kursverluste trafen die Lieferkette unterschiedlich stark. Nvidia verlor am Donnerstag 9,3 Prozent und gewann am Freitag 2,8 Prozent; AMD legte nach einem Minus von 17,3 Prozent um 11 Prozent zu, Micron nach 17 Prozent Minus um 5,1 Prozent. Der Philadelphia-Halbleiterindex fiel um 12,3 Prozent und erholte sich am Freitag um 4,2 Prozent (Free Malaysia Today). Für die sieben größten Technologiewerte nennt Newsweek unter Berufung auf Dow Jones Market Data einen Wertverlust von rund einer Billion Dollar, G1 für dieselbe Gruppe etwa 800 Milliarden Dollar; die Schätzungen weichen ab. Rajadhyaksha hält das Ausmaß durch das Wahlergebnis nicht für gerechtfertigt und führt es auch auf Notverkäufe von Hedgefonds zurück. Trump schrieb am Donnerstag auf Truth Social, der Markt sei abgestürzt, „weil die Dumocrats einen großen Dienstag hatten“.

Gemessen an den Verlusten blieb die Erholung klein: Der S&P 500 holte laut dem FT-Beitrag bei UOL weniger als zehn Prozent der am Vortag verlorenen 334,89 Punkte auf; seit 1928 lag die durchschnittliche Gegenbewegung nach Tagen mit mindestens vier Prozent Minus bei etwa 46 Prozent. Auf Wochensicht verlor der Nasdaq 3,4, der S&P 500 2,7 Prozent. Der DAX notierte am Freitagmorgen 2,35 Prozent tiefer, der Stoxx Europe 600 schloss 1,1 Prozent schwächer; Nikkei und Kospi fielen um rund sechs Prozent. Als nächste Marken gelten die Fed-Sitzung am 9. Dezember – die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung beziffern CME Group mit 77,1 und LSEG mit 78 Prozent – sowie der für diesen Monat an der Nasdaq erwartete Börsengang von Anthropic, den CBS News als Testfall für die Erlösaussichten der Branche beschreibt; Capital Economics rechnet für das kommende Jahr mit einer Verlangsamung der KI-Investitionen.

Sources

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