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WIRTSCHAFT & MÄRKTE

Midterms in den USA bremsen den Ausbau von Rechenzentren für KI

In mehr als 40 Bezirken stimmten die Bürger für Beschränkungen von Rechenzentren; an der Börse trennten Anleger am Folgetag zwischen Betreibern und Profiteuren des KI-Ausbaus.

5 Nov, 17:27 · 2 sources · 2 min

Midterms in den USA bremsen den Ausbau von Rechenzentren für KI

Die Demokraten haben die Zwischenwahlen in den USA gewonnen; damit ist eine Größe in Bewegung geraten, die für die Infrastruktur Künstlicher Intelligenz bislang als gesetzt galt. In mehr als 40 Bezirken, in denen Einschränkungen für den Ausbau von Rechenzentren zur Abstimmung standen, stimmten die Bürger dafür, in einem einzigen Bezirk dagegen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Verweis auf eine Auflistung des Datendienstleisters Redbud Consulting berichtet. Die Aktien von Chipherstellern gerieten am Tag nach der Wahl deutlich unter Druck, während die meisten Aktienwerte zulegten; laut t3n differenzieren Anleger bei Technologiewerten nun offensichtlich stärker.

Die zur Abstimmung stehenden Restriktionen reichen nach Darstellung der FAZ von einem vollständigen Verbot über Beschränkungen des Stromverbrauchs bis zu Bauauflagen, die die Standortwahl einschränken. t3n zufolge eroberten die Demokraten zudem in Texas und Ohio das Gouverneursamt, was den Neubau von Rechenzentren zusätzlich treffen dürfte. Die texanische Wahlgewinnerin Gina Hinojosa kündigte bereits an, neue Genehmigungen so lange zu blockieren, bis es Schutzgesetze und Mitspracherechte für Anwohner gibt. In Texas sollen rund ein Viertel der bis 2030 geplanten neuen US-Rechenzentrumskapazität entstehen.

An den Märkten fielen die Reaktionen je nach Geschäftsmodell aus. In New York stieg der S&P 500 am Mittwoch um 1,6 Prozent, der Dow Jones um 3,0 Prozent und damit so stark wie nach keinem Wahlausgang seit über 40 Jahren, der Nasdaq 100 um 0,91 Prozent; der deutsche Leitindex DAX hatte bereits am Vortag um 2,22 Prozent zugelegt. Unter Druck kamen Rechenzentrumsanbieter, die mit Fremdkapital bauen: Die Aktien der Neocloud-Unternehmen CoreWeave und Nebius gaben um rund neun beziehungsweise sechs Prozent nach. Amazon und Microsoft gewannen jeweils mehr als sechs Prozent, Alphabet über drei Prozent; verkauft wurden auch Papiere der Chiphersteller Nvidia und AMD.

Deutlich verlor SpaceX, das wie Tesla seinen Unternehmenssitz in Texas hat, mit einem Minus von 3,8 Prozent zum Börsenschluss. Laut t3n fürchten Anleger nun strengere Auflagen für den Ausbau von KI- und Satelliteninfrastruktur sowie politischen Gegenwind bei einer möglichen Fusion von SpaceX und Tesla; die Quelle nennt in diesem Zusammenhang Musks Wahlkampfspenden von 224 Millionen Dollar in Texas und insgesamt mindestens 474 Millionen Dollar. Ein angekündigter Deal mit Qualcomm für das Bodennetz von Starlink Mobile konnte die Verluste eindämmen. Auch Rüstungs- und Energiewerte gaben nach: Lockheed Martin verlor gut sieben Prozent, der Energiesektor im S&P 500 4,8 Prozent.

Wie stark die Bremse wirkt, hängt an der Genehmigungspraxis. t3n verweist auf die Investitionspläne der großen Cloud-Konzerne, die allein in diesem Jahr zusammen über 740 Milliarden Dollar für Rechenzentrumskapazität ausgeben wollen; seit Meta am 21. Oktober die Quartalszahlen der großen Cloud-Konzerne eröffnete, hat ein Bloomberg-Index der sieben größten Tech-Unternehmen bis Dienstag 5,9 Prozent verloren. Zu beobachten ist, welche Auflagen in den Bezirken tatsächlich in Kraft treten und wie die angekündigte Blockade neuer Genehmigungen in Texas umgesetzt wird.

Sources

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