TECHNOLOGIE
Trump sichert Bundesstaaten Unterstützung für Superintelligenz zu trotz Widerstands gegen Rechenzentren
Mehrere Vorlagen für Beschränkungen von Rechenzentren gehen nach den Zwischenwahlen ihrer Annahme entgegen; Trump sichert den Bundesstaaten dennoch Unterstützung für Superintelligenz zu.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag, 6. November, in einem Beitrag auf Truth Social angekündigt, Bundesstaaten zu unterstützen, die auf Superintelligenz setzen. „Als Präsident bin ich zu 100 Prozent für Superintelligenz (SI) und werde mit den vielen Bundesstaaten der USA zusammenarbeiten, die dadurch REICH werden wollen“, schrieb Trump; wer sich dem verweigere, betreibe aus seiner Sicht „törichte Führung“. Die Äußerung berührt den Kern der KI-Politik: Es geht um die Ansiedlung von Rechenzentren, um Strom- und Wasserversorgung sowie um Genehmigungsfragen auf Bundesstaatenebene, die nach Darstellung von Olhar Digital über den weiteren Ausbau der Infrastruktur für KI-Systeme mitentscheiden.
Dem Vorstoß vorausgegangen sind die Zwischenwahlen vom Dienstag, 3. November. Nach vorläufigen Ergebnissen, die die Times of India unter Berufung auf Axios wiedergibt, gingen knapp zwei Dutzend der 41 Rechenzentrums-Vorlagen in zehn Bundesstaaten der Annahme entgegen; mehrere dieser Vorlagen zielten auf Beschränkungen oder zeitweise Baustopps. Als Gründe werden der hohe Strom- und Wasserverbrauch, steigende Versorgungskosten sowie Umwelt- und Anwohnerbelastungen genannt. Die Associated Press meldete am Freitag, die Wähler hätten lokale Beschränkungen für Rechenzentren überwiegend unterstützt, wie die Times of India berichtet – dieser Befund bezieht sich auf die Zustimmung zu Beschränkungen, nicht auf die Gesamtzahl der Vorlagen. Donya-e Eqtesad verweist unter Berufung auf Fox News auf ablehnende Positionen demokratischer Politiker, darunter die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, und der texanische Abgeordnete James Talarico.
Für Texas, das laut der von Axios zitierten Forschungsfirma SemiAnalysis im Jahr 2028 voraussichtlich 41 Prozent der neuen US-Rechenzentrumskapazität tragen soll, ergeben sich daraus besondere Fragen: Die Demokratin Gina Hinojosa gewann nach dem Bericht der Times of India gegen den republikanischen Gouverneur Greg Abbott; sie hatte mit der Forderung geworben, ein Moratorium für neue Rechenzentren aufrechtzuerhalten, bis der Gesetzgeber Fragen von Strom, Wasser, Luftqualität und Eigentumsrechten klärt. Auch in Ohio, Georgia und Arizona entschieden Demokraten die Gouverneursrennen für sich – drei weitere Bundesstaaten, denen eine erhebliche Rolle beim Ausbau der KI-Infrastruktur zugeschrieben wird. Trump hatte bereits am 20. Oktober auf Truth Social gefordert, große Rechenzentren sollten eigenen Strom erzeugen, Überschüsse an lokale Versorger verkaufen und Anwohner finanziell beteiligen.
An den Finanzmärkten schlug sich die Unsicherheit am Freitag nieder. Wie Olhar Digital berichtet, fiel der Nikkei um 5,96 Prozent, der südkoreanische Kospi um 6,02 Prozent, nach einem zwischenzeitlichen Minus von 8,55 Prozent und einer 20-minütigen Aussetzung des Handels; SK Hynix verlor 10,4 Prozent, Samsung Electronics 6,4 Prozent, SoftBank rund 11 Prozent, TSMC 4,7 Prozent. In den USA gaben die Magnificent Seven geschlossen nach, Tesla um 10,8 Prozent, Nvidia um 9,3 Prozent, AMD um 17,3 Prozent; der Philadelphia-Halbleiterindex sank um 12,2 Prozent. Der promovierte KI-Forscher und Professor an der Universidade Federal de Goiás, Celso Camilo, sagte gegenüber g1, die Wahl sei nicht Ursache, sondern „Auslöser“ der Kursverluste gewesen, der KI-Markt habe bereits Anzeichen von Fragilität gezeigt; die unmittelbaren Risiken lägen auf Bundesstaatenebene bei Genehmigungen, Energieversorgung, Moratorien und steuerlichen Anreizen, während Gesetzesänderungen Zeit bräuchten und der Präsident über ein Vetorecht verfüge.
Begrifflich forciert Trump seit Monaten die Bezeichnung „Superintelligenz“. Laut Tasnim, wiedergegeben von Donya-e Eqtesad, verpflichtete eine am 29. September unterzeichnete Executive Order die Regierungsbehörden, in Korrespondenz, Berichten und offiziellen Dokumenten „Superintelligenz“ statt „künstliche Intelligenz“ zu verwenden, wobei der Begriff im Rahmen der bestehenden gesetzlichen KI-Definition bleibe und die Umbenennung keine eigenständige neue Technologie begründe. Vedomosti zufolge kündigte Trump am 27. Oktober an, den Begriff „künstliche Intelligenz“ offiziell zugunsten von „Superintelligenz“ aufzugeben; am 8. Oktober habe er jene, die weiter den alten Begriff verwenden, als Gegner des Weißen Hauses bezeichnet, und am 4. Oktober eine Arbeitsgruppe „Superintelligence Force“ angekündigt. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Alimow äußerte gegenüber RIA Novosti Besorgnis über die Umbenennung und ordnet sie nach Angaben von Hespress einer breiteren US-Strategie zur technologischen Vorherrschaft zu; der Schritt entferne sich vom Prinzip der Menschzentriertheit. Einzelheiten zu den angekündigten Unterstützungsmaßnahmen für die Bundesstaaten nannte Trump nicht; die Ergebnisse der Vorlagen beruhten auf vorläufigen Auszählungsständen.
Sources
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