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TECHNOLOGIE

Moonshot AI sucht laut Berichten über europäische Rechenzentren Zugang zu Nvidia-Blackwell-Chips

Vier mit den Gesprächen vertraute Personen zufolge verhandelt das Pekinger Unternehmen über Mietkapazitäten bei europäischen Neoclouds für Nvidia-Blackwell-Systeme, während US-Regeln den Fernzugriff auf Cloud-Dienste im Ausland bislang nicht erfassen.

5 Nov, 20:25 · 3 sources · 2 min

Moonshot AI sucht laut Berichten über europäische Rechenzentren Zugang zu Nvidia-Blackwell-Chips

Das auf die Kimi-Modelle spezialisierte Pekinger Unternehmen Moonshot AI hat nach Angaben von vier mit der Sache vertrauten Personen in diesem Jahr Gespräche über die Miete von Rechenkapazität bei sogenannten Neoclouds in Europa geführt, deren Anlagen mit Nvidia-GPUs bestückt sind. Drei dieser Personen zufolge ging es um Kapazität auf Basis von Nvidias Blackwell-Systemen, die den US-Exportkontrollen unterliegen. Der Vorgang berührt den Kern der KI-Industrie, weil Rechenleistung über den Zugang zu den leistungsfähigsten Chips entscheidet und Washington diesen Zugang als Instrument im Wettbewerb mit China einsetzt; amerikanische Labore wie OpenAI und Anthropic stehen mit chinesischen Entwicklern in einem Trainings- und Preiskampf.

Im Juli hatte das Weiße Haus erklärt, Moonshot habe über eine Einrichtung in Thailand remote auf Blackwell-Chips zugegriffen. Einer der Quellen zufolge werden die Gespräche über europäische Rechenkapazität seit dieser Erklärung geführt. Moonshot, Nvidia, das Weiße Haus, das US-Handelsministerium sowie die chinesische Botschaft in London und das chinesische Außenministerium antworteten auf Anfragen um Stellungnahme nicht; Moonshot äußerte sich nach Angaben der Berichterstattung auch zum Zeitpunkt der thailändischen Zuschreibung nicht. Aus Washingtoner Sicht bleibt der Fernzugriff über Standorte außerhalb Chinas eine Lücke im Kontrollregime.

Zwei Quellen zufolge interessierte sich Moonshot für Cluster in Europa, die für Inferenz genutzt werden, also die Auslieferung von Modellen an Endnutzer; eine Quelle nannte zusätzlich Interesse an Trainingsclustern. Eine Quelle sprach von Verhandlungen über Cluster mit mindestens 8.000 Blackwell-GPUs in der Region und beschrieb das Unternehmen als „sehr aggressiv“ bei der Suche nach Rechenleistung. In diesem Markt zahlen Kunden üblicherweise einen Teil des Vertragswerts vorab; einer Quelle zufolge wurde Moonshot ein Aufschlag von 30 bis 50 Prozent gegenüber einem nicht-chinesischen Abnehmer vorgeschlagen. Vereinbarungen mit chinesischen Kunden können höhere Vorauszahlungen abwerfen, da Neoclouds und Finanzierer sich gegen ein mögliches künftiges Verbot des Fernzugriffs absichern.

Die amerikanischen Regeln beschränken die Lieferung der fortgeschrittensten Nvidia-Chips nach China; der Fernzugriff über Rechenzentren im Ausland gilt dabei als Umgehungsmöglichkeit, weil das geltende Recht den Aufsichtsbehörden keine umfassenden Befugnisse über Cloud-Dienste im Ausland gibt. Im Kongress wurde der Remote Access Security Act vorgeschlagen, um die Exportkontrollen auf den Fernzugriff über Cloud-Dienste auf strategische Geräte und Software auszuweiten; ein weiterer Stand zu diesem Vorhaben geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Moonshot, 2023 gegründet, hatte im Juli nach eigener Darstellung mit dem Modell Kimi K3 den Abstand zu Systemen von Anthropic und OpenAI verringert; die Nachfrage habe die eigene Kapazität überstiegen, worauf das Unternehmen neue Abonnements zeitweise aussetzte und mitteilte, es füge Kapazität so schnell wie möglich hinzu und werde neue Abonnementplätze in Chargen wieder öffnen.

Sources

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