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WIRTSCHAFT & MÄRKTE

KI-Infrastruktur unter Druck: Cramer nennt Widerstand gegen Rechenzentren als Ursache

CNBC-Kommentator Jim Cramer führt den Kursverfall bei KI-Aktien auf wachsenden Widerstand gegen neue Rechenzentren zurück und hält den Abschwung für geordnet, nicht für einen zweiten Dotcom-Crash.

6 Nov, 00:37 · 1 sources · 2 min

KI-Infrastruktur unter Druck: Cramer nennt Widerstand gegen Rechenzentren als Ursache

Ein Ausverkauf bei Aktien von Unternehmen, die von der KI-Infrastruktur abhängen, hat sich nach Angaben des US-Senders CNBC auch am Donnerstag fortgesetzt. Micron verlor 17 Prozent, Sandisk 22 Prozent, GE Vernova 7 Prozent; der iShares Semiconductor ETF gab nach CNBC-Angaben am Mittwoch um 3 und am Donnerstag um weitere 10 Prozent nach. Der Druck trifft damit jenen Teil des Themenfelds, in dem die Bewertung von Chip- und Ausrüstungsherstellern an der Erwartung eines jahrelang fortgesetzten Ausbaus von Rechenkapazität hängt.

Als Ursache nennt CNBC wachsenden Widerstand gegen neue Rechenzentren nach den Zwischenwahlen, der Zweifel am künftigen Umfang der KI-Infrastrukturinvestitionen ausgelöst habe. Der Kommentator Jim Cramer erklärte, er wünschte, er könnte sagen, die Abwicklung des Donnerstags sei der Tiefpunkt gewesen, er rechne aber mit weiterem Abwärtspotenzial; zugleich widersprach er der Einordnung als Wiederholung des Dotcom-Zusammenbruchs. Viele der betroffenen Unternehmen seien profitabel, ihre Kurse jedoch zu weit gestiegen, da Anleger ein unbegrenztes Tempo beim Bau von Rechenzentren unterstellt hätten. Als besonderes Risiko benennt er kleinere Entwickler wie CoreWeave, Iren und Nebius, die Projekte kreditfinanziert vorangetrieben hätten und nun von regulatorischen Verzögerungen betroffen sein könnten. Derzeit falle nach seinen Worten kein bedeutender Schuldner aus; das Problem liege in der Verbindung dieser Kredite zu den genannten Unternehmen.

Cramer verweist auf die Bewertungsprobleme im Einzelnen. Nvidia handle bei etwa dem Zwölffachen der Gewinne des Folgejahres und einer erwarteten Wachstumsrate von 70 Prozent, was er als außergewöhnlich günstig bezeichnet – mit der Einschränkung, dass dies nicht gelte, wenn das Wachstum im Jahr darauf ende, weil die USA neue Rechenzentren nicht mehr so schnell zuließen wie derzeit. Bei Micron böten langfristige Abnahmeverträge zwar Umsatzsichtbarkeit, doch sei unklar, wie belastbar diese seien, sollten Vertragspartner zahlungsunfähig werden. Für AMD nennt er das jüngste Quartal eines der besten, die er gesehen habe, und verweist auf die Prognose von CEO Lisa Su, der breitere Rechenzentrumsmarkt könne eines Tages eine Billion Dollar erreichen; der Kurs von 404 Dollar nach 188 Dollar im März erscheine ihm dennoch hoch.

Als mögliche Stützen führt Cramer sinkende Zinsen, Anzeichen nachlassender Inflation und die Möglichkeit eines Endes des Iran-Kriegs an. Anlegern empfiehlt er, ausreichend Barmittel zu halten. Ob regulatorische Hürden den Bau von Rechenzentren erheblich bremsen oder nur verzögern, lässt er ausdrücklich offen; bis zur Klärung dieser Frage rechtfertigten aus seiner Sicht auch außergewöhnliche Gewinnaussichten die Bewertungen nicht zwangsläufig. Der von CNBC betreute Charitable Trust Cramers hält nach den Angaben des Senders Aktien von Nvidia und Micron.

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