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TECHNOLOGIE

In zehn US-Bundesstaaten scheitern fast alle lokalen Vorlagen für Rechenzentren

Von 41 lokalen Abstimmungen über Rechenzentren wurden 40 abgelehnt; in Ohio, Texas und Georgia kündigen gewählte Demokraten Moratorien an, Meta rechnet mit zäheren Genehmigungsverfahren.

5 Nov, 22:40 · 4 sources · 3 min

In zehn US-Bundesstaaten scheitern fast alle lokalen Vorlagen für Rechenzentren

Bei den Zwischenwahlen in den USA sind nach einem von El País zitierten Bericht der Plattform Ballotpedia 40 von 41 lokalen Vorlagen zur Errichtung von Rechenzentren gescheitert; abgestimmt wurde in zehn Bundesstaaten. Einzige Ausnahme war der Darstellung zufolge die Kleinstadt Harwood in North Dakota mit etwas mehr als 1.000 Einwohnern, wo die Wähler darauf verzichteten, die Anforderungen für Industrieprojekte erneut zu überprüfen. Der Entscheid trifft die Infrastruktur, auf der die KI-Entwicklung aufbaut: In Rechenzentren werden nach Darstellung von Olhar Digital Tausende Server für das Training generativer Modelle und den Betrieb von Assistenzsystemen gebündelt; der Bau dieser Anlagen ist damit der Punkt, an dem sich die Expansion der Branche lokal politisch entscheidet.

Die Positionen der Akteure fallen auseinander. The Intercept berichtet, die neu gewählten demokratischen Gouverneure in Georgia, Ohio und Texas hätten Moratorien für den Neubau angekündigt und dabei schärfere Positionen vertreten als ihre republikanischen Amtsvorgänger. In Ohio unterstützt nach Angaben von El País die designierte Gouverneurin Amy Acton, die den Unternehmer Vivek Ramaswamy besiegte, einen Baustopp, bis die Betreiber die vollständigen Kosten der öffentlichen Leistungen übernehmen und die gewerkschaftliche Organisierung der Bauarbeiter zulassen; der designierte Senator Sherrod Brown erklärte im Wahlkampf, er arbeite „nicht für die Rechenzentren“. Auf Unternehmensseite räumte Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick auf einer vom Wall Street Journal organisierten Konferenz am Mittwoch ein, der Bau neuer Rechenzentren in den USA werde nach den Wahlen schwieriger; neue Projekte hätten strengere Prüfverfahren und zähere Verhandlungen mit Behörden und Gemeinden zu erwarten. Für die Erweiterung bestehender Standorte erwartet sie weniger Widerstand.

Die Investitionspläne der Unternehmen geraten damit unter veränderte Vorzeichen. Meta will nach Angaben von Olhar Digital 2026 bis zu 145 Milliarden US-Dollar aufwenden und die Rechenzentren Hyperion in Louisiana, Prometheus in Ohio sowie eine dritte Anlage in Texas mit BlackRock errichten; angekündigt sind zudem neue Aktienemissionen von bis zu 97,5 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der KI-Expansion. El País verweist unter Berufung auf den Sender CNBC auf einen von OpenAI projektierten Campus, dessen Investitionsvolumen nach Fertigstellung 500 Milliarden US-Dollar übersteigen könnte, und berichtet von Kursverlusten der Technologiewerte am Donnerstag. Powell McCormick zufolge prüfen große Betreiber Standorte außerhalb der USA, um ihre Investitionen zu streuen.

Zur Wählerstimmung liegen Umfragen vor. Nach einer NBC-Erhebung am Wahltag lehnten etwa drei Viertel der Befragten den Bau solcher Anlagen in ihrer Gemeinde ab; ein ähnliches Bild ergab laut The Intercept eine Heatmap-Umfrage vom August. Mehr als die Hälfte bezeichnete KI und Rechenzentren als entscheidenden oder wichtigen Faktor ihrer Wahlentscheidung, während die Befragten fast gleichmäßig verteilt waren, welcher Partei sie die bessere Behandlung ihrer KI-Anliegen zutrauen. Shobita Parthasarathy von der University of Michigan sagte The Intercept, was für die KI-Branche gut sei, sei offenkundig nicht gut für die Durchschnittswähler; Mitch Jones von Food & Water Action erklärte, wenn ein Thema tief und breit empfunden werde, könne kein Geld die Meinung ändern. El País nennt 474 Millionen US-Dollar, die Elon Musk für konservative Kandidaten in Texas aufgewendet habe, The Intercept knapp 450 Millionen US-Dollar insgesamt, davon mehr als 200 Millionen in Texas. Termine für die angekündigten Moratorien werden in den Berichten nicht genannt.

Sources

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