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TECHNOLOGIE

ArtCraft: Ein Entwickler baut Adobe-Programme mit KI als Open Source nach

Der Entwickler Brandon Thomas hat mit einem vierköpfigen Team und dem KI-Modell Claude Opus 5.5 eine kostenlose Open-Source-Suite erstellt, die sich laut Projektangaben noch in einer frühen Phase befindet.

6 Nov, 18:08 · 2 sources · 2 min

ArtCraft: Ein Entwickler baut Adobe-Programme mit KI als Open Source nach

Der Softwareentwickler Brandon Thomas hat nach eigenen Angaben mithilfe des Anthropic-Modells Claude Opus 5.5 eine kostenlose Open-Source-Suite namens ArtCraft erstellt. Deren Anwendungen – PhotoCraft, FilmCraft, VectorCraft und LightCraft – sollen Funktionen von Photoshop, Premiere, Illustrator und Lightroom nachbilden; der Code ist überwiegend in Rust geschrieben und auf GitHub öffentlich einsehbar. Innerhalb der KI-Berichterstattung ist der Vorgang vor allem als Beispiel dafür von Interesse, wie weit aktuelle Modelle bei der Erstellung komplexer Programme kommen: Dem Portal t3n zufolge belegen die ArtCraft-Werkzeuge, wie gut KI inzwischen anhand von Vorgaben komplexere Software erstellen kann, während das Projekt zugleich die Frage aufwirft, ob auf diesem Weg dauerhaft stabile Anwendungen entstehen.

Thomas, der nach eigener Darstellung auf 15 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und im Umgang mit großen Rust-Projekten zurückgreift, schaltete sich laut t3n auf Hacker News in eine Diskussion ein und erklärte, Photoshop in nur einer Sitzung nachgebaut zu haben. Er betont zugleich, es handle sich nicht um ein reines Vibe-Coding-Projekt; mit ArtCraft wolle er zeigen, was aktuelle KI-Werkzeuge leisten. An der Arbeit beteiligt ist dem Bericht zufolge ein vierköpfiges Team. Als zusätzliches Motiv nennt t3n die Abneigung des Entwicklers gegen Adobe: In einem Reddit-Beitrag habe er geschrieben, das Unternehmen habe ihm mehrfach eine Stornogebühr berechnet, und er hasse es „seitdem“. Eine Stellungnahme von Adobe ist in den vorliegenden Berichten nicht dokumentiert. In den von t3n zitierten Reddit-Kommentaren findet das Vorhaben Zuspruch, etwa mit den Worten „Ich habe es kurz ausprobiert. Absolut fantastisch“ und „Wird auch Zeit, dass wir Adobe endgültig den Rücken kehren“.

Die Reichweite des Projekts ist bislang begrenzt. Der Entwickler selbst verortet die Anwendungen in einer frühen Phase mit Fehlern und unvollständigen Funktionen; die Dokumentation von PhotoCraft hält laut Genbeta fest, dass das Programm Photoshop in der täglichen Berufspraxis nicht ersetzen kann, unter anderem wegen Einschränkungen bei fortgeschrittenen Werkzeugen und fehlender Kompatibilität mit bestimmten Dateiformaten. t3n verweist auf Defizite, die erste Testerinnen und Tester benannt hätten, und zitiert Thomas mit der Einschätzung, es werde noch einige Monate dauern, bis 99 Prozent der Funktionen abgedeckt seien. Veröffentlicht sind Versionen für Windows, macOS und Linux – nach Einschätzung von Genbeta besonders relevant für Nutzer von Betriebssystemen, die Adobe nicht offiziell unterstützt.

Offen ist die rechtliche Einordnung. t3n wirft die Frage auf, ob Adobe den Nachbau dulden wird, zumal ArtCraft der Creative Cloud sehr ähnlich sei; auch Genbeta verweist auf Zweifel an den Ähnlichkeiten mit den Adobe-Produkten. Zugleich ermöglichen die offenen Lizenzen, den Code zu studieren und zu verändern, was laut Genbeta viele Nutzer begrüßt haben. Für den Markt der Kreativsoftware relevant ist der Preisunterschied: t3n beziffert das Pro-Abo mit Photoshop, Premiere und Adobe Firefly für Einzelpersonen auf rund 78 Euro monatlich. Ein Termin für eine fertige Version ist in den Berichten nicht genannt; der t3n-Beitrag wurde ursprünglich am 9. Oktober 2026 veröffentlicht und später aktualisiert.

Sources

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