WIRTSCHAFT & MÄRKTE
Ausverkauf bei KI-Infrastruktur: Nasdaq, Nikkei und DAX fallen nach demokratischem Wahlsieg
Der Nasdaq 100 verliert 6,3 Prozent, Asiens Börsen fallen deutlich; im Zentrum stehen Sorgen um strengere Regeln für Rechenzentren und Zweifel an den Erträgen der KI-Infrastruktur.

Ein Ausverkauf bei Aktien der KI-Infrastruktur hat am Freitag die grossen Börsen in Asien, Europa und den USA erfasst. Im Zentrum steht die Sorge, dass der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen strengere Regeln für Rechenzentren nach sich zieht und damit die Kapitalbasis des Booms berührt – Rechenzentren, Chip- und Rechenkapazitäten. Der Vorgang zeigt, wie unmittelbar politische Risiken auf den Investitionskreislauf der künstlichen Intelligenz durchschlagen; der Marktstratege Masahiko Loo von State Street Investment Management sprach gegenüber Global News von einer Neubewertung des KI-Politikrisikos, nicht des KI-Zyklus.
Die Demokraten hatten nach den Wahlen beide Kammern des Kongresses gewonnen, zahlreiche Kandidaten hatten im Wahlkampf gegen den Bau weiterer Rechenzentren geworben (La República, La Vanguardia). Der designierte Gouverneur von Texas, Gina Hinojosa, kündigte am Donnerstag neue Gesetze für Rechenzentren zum Schutz der Anwohner an (Global News); Senator Bernie Sanders forderte laut La Vanguardia ein Moratorium. Nach Daten von Cleanview sind rund 40 Prozent der in den USA noch nicht errichteten Rechenzentrumskapazität in Staaten geplant, deren neu gewählte Gouverneure einen Baustopp oder eine Pause versprochen haben. Hinzu treten Zweifel, ob die massiven Infrastrukturausgaben künftige Erträge tragen (Global News).
Der technologielastige Nasdaq 100 schloss am Donnerstag 6,3 Prozent tiefer (NBC News), der S&P 500 4,4 Prozent; rund drei Billionen Dollar Marktwert wurden nach Angaben von The Independent an den US-Märkten gelöscht. Am Freitag fiel der Nikkei 225 um rund sechs Prozent und damit erstmals seit Mai unter die Marke von 60'000 Punkten (The Independent), der südkoreanische Kospi verlor zeitweise mehr als acht Prozent und löste eine 20-minütige Handelsunterbrechung aus (NBC News); der TAIEX in Taiwan gab zeitweise neun Prozent nach. In Europa eröffneten DAX und FTSE 100 jeweils rund 1,5 Prozent schwächer, in Frankfurt führte Siemens Energy die Verluste mit minus fünf Prozent an (La Vanguardia). Die Rendite deutscher Bundesanleihen sank auf 3,22 Prozent, den tiefsten Stand seit Ende August (Global News); bei US-Staatsanleihen berichtete Global News von einer Rally und 4,84 Prozent, während La República eine kaum veränderte Rendite von 4,83 Prozent und geringes Anlegerinteresse verzeichnete.
Prashant Bhayani von BNP Paribas Wealth Management sagte laut La República, viele Marktteilnehmer überschritten ihre Risikobudgets bei Tech-Positionen. Charles-Henry Monchau vom Bankhaus Syz sieht dort die Furcht, der Höhepunkt der KI-Investitionen sei überschritten. Charu Chanana von Saxo Markets sagte NBC News, die Märkte würden nach ihrer Abhängigkeit vom US-amerikanischen KI-Infrastrukturzyklus abgestraft.
Als nächstes dürften die US-Futures den Ausschlag geben, die am Freitag auf ein Plus von rund 1,5 Prozent beim Nasdaq deuteten (Global News). La Vanguardia berichtet unter Berufung auf Reuters, der für die kommenden Wochen geplante Börsengang von Anthropic mit angepeilter Bewertung von 1,5 Billionen Dollar werde angezweifelt, eine Verschiebung erwogen. In China fiel der CSI300 um 1,5 Prozent, der Hang Seng AI Index um vier Prozent (Free Malaysia Today).
Sources
SHARE THISPost on X ↗Share on LinkedIn ↗
Back to latest news ↗