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WIRTSCHAFT & MÄRKTE

Investitionskontrolle in Peking untersagt SoftBank den Zukauf des ABB-Robotergeschäfts in China

Die chinesische Prüfstelle für ausländische Investitionen lässt den Verkauf der ABB-Robotiksparte an SoftBank nicht zu; beide Unternehmen verhandeln nach eigenen Angaben weiter.

6 Nov, 05:55 · 2 sources · 2 min

Investitionskontrolle in Peking untersagt SoftBank den Zukauf des ABB-Robotergeschäfts in China

Die chinesische Prüfstelle für ausländische Investitionen hat dem Schweizer Industriekonzern ABB nach dessen Angaben mitgeteilt, dass der Erwerb seines Robotikgeschäfts in China durch den japanischen Technologieinvestor SoftBank nicht zugelassen wird. Der Vorgang berührt das Feld der KI-gestützten Robotik unmittelbar: SoftBank hatte die im Oktober 2025 angekündigte Übernahme als Teil ihrer auf künstliche Intelligenz ausgerichteten Geschäftsstrategie dargestellt, und industrielle Roboter erfassen Fertigungs- und Prozessdaten, die sich nach Darstellung der Berichterstattung für das Training von KI-Modellen verwenden lassen. Ebendiese Frage eines Datenabflusses steht im Zentrum der behördlichen Einwände, wie sie in den vorliegenden Berichten wiedergegeben werden.

SoftBank teilte mit, sie habe am Mittwoch den Bescheid der chinesischen Aufsicht erhalten, „dass sie den Erwerb des Robotikgeschäfts von ABB in China untersagt“ habe; SoftBank und ABB arbeiteten „konstruktiv an der Transaktion“. ABB bestätigte am Donnerstag, SoftBank habe das Unternehmen über die regulatorische Sperre informiert. Vereinbart war nach übereinstimmenden Berichten ein Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar. Die Untersagung betrifft die chinesische Gesellschaft des Robotikgeschäfts; der Abschluss der Gesamttransaktion gilt damit als gefährdet.

Als Grund führen die Berichte von Reuters und dem Wall Street Journal, auf die sich die AI Times stützt, die Sorge der chinesischen Behörden an, in chinesischen Werken erhobene Daten und Technologien könnten ins Ausland gelangen und dort in die KI-Entwicklung einfließen. In Analysen wird zusätzlich SoftBanks Rolle als Großinvestor von OpenAI angeführt; daraus wird die Vermutung abgeleitet, Peking könnte auch eine Verwendung der Daten durch westliche KI-Unternehmen im Blick haben. Ein Nachweis für eine solche Weitergabe findet sich in der Berichterstattung nicht.

Für ABB ist China ein gewichtiger Markt: Nach Darstellung der AI Times ist es der größte Markt der Robotiksparte und steht für rund 30 Prozent von deren Umsatz, der Konzern unterhält Einrichtungen in etwa 130 chinesischen Städten und betreibt in Shanghai die Zentrale des globalen Robotikgeschäfts samt Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort. Die ABB-Gruppe bezeichnet China dem Bericht von Free Malaysia Today zufolge als zweitgrößten Markt, in dem mehr als 90 Prozent der Umsätze mit lokal gefertigten Produkten und Dienstleistungen erzielt werden. ABB Robotics beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter; der Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 entsprach etwa sieben Prozent der Gesamteinnahmen der Gruppe, die zuvor eine Abspaltung der Robotiksparte als eigenständig börsennotiertes Unternehmen geplant hatte.

SoftBank wollte mit dem Zukauf nach den vorliegenden Angaben die Verbindung von KI mit Fertigung und Logistik ausbauen; Konzernchef Masayoshi Son hat Robotik als Kernfeld der KI-Investitionsstrategie bezeichnet, und es galt als erwogen, die Übernahme zum Kern eines separaten Unternehmens mit Börsengang zu machen. In Peking reiht sich der Vorgang in eine Folge von Entscheidungen ein: Im April wurde nach einer regulatorischen Prüfung die Übernahme des KI-Startups Manus durch Meta untersagt, wobei Analysten darin ein Zeichen wachsender Aufsicht über den KI-Sektor sahen. Free Malaysia Today verweist zudem auf einen diplomatischen Konflikt zwischen Peking und Tokio sowie auf eine verschärfte Kontrolle über KI und andere sensible Technologien. SoftBank und ABB führen nach eigenen Angaben Gespräche mit den chinesischen Behörden; ob eine endgültige Einigung erreichbar ist, bleibt offen.

Sources

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