TECHNOLOGIE
Ternus verteidigt Apples KI-Zurückhaltung – Siri AI bleibt in der EU außen vor
Der neue Apple-Chef John Ternus sieht sein Unternehmen beim Thema KI gut aufgestellt; die verzögerte Siri-Version bleibt EU-Nutzerinnen und -Nutzern wegen der DMA-Vorgaben bislang vorenthalten.

Seit dem 1. September 2026 ist John Ternus CEO von Apple; keine zwei Monate später verteidigt er im Interview mit Wired den Kurs des Konzerns in Sachen künstliche Intelligenz. „Mir gefällt unsere derzeitige Position sehr gut“, sagte er. Der Vorgang berührt zwei Stränge der KI-Berichterstattung: die Einführung von KI-Funktionen in Endgeräten und den Konflikt eines großen Herstellers mit europäischer Regulierung, die den Zugang zu diesen Funktionen begrenzt.
Apple Intelligence hatte das Unternehmen im Juni 2024 vorgestellt, gedacht als Verkaufsschlager für die iPhone-16-Serie. Zum Marktstart der Geräte war das KI-Paket jedoch nicht installiert, sondern wurde erst später mit iOS 18.1 nachgeliefert; EU-Nutzerinnen und -Nutzer erhielten laut t3n erst mit iOS 18.4 Zugriff. Auch die Veröffentlichung der KI-Version von Siri wurde mehrfach verschoben und erschien erst mit iOS 27 – nicht in der EU. Als Grund nennt t3n die Vorgaben des Digital Markets Act, die Apple „bisher nicht erfüllen konnte“.
Ternus sieht in KI keinen Selbstzweck; sie solle nur dort zum Einsatz kommen, wo sie einen echten Mehrwert liefere. Im Wired-Interview sagte er, man lese die Berichte und denke aus Sicht der Cybersicherheit darüber nach, „ganz klar sind diese Modelle sehr leistungsfähig“; der Fokus liege darauf, dass Produkte sicher und zuverlässig blieben und die Daten der Nutzerinnen und Nutzer geschützt würden. Über die Produktentwicklung sagte er: „Die Entwicklung von Produkten ist eine zutiefst menschliche und persönliche Angelegenheit, etwas, das wir gerne tun.“ Der Marketingleiter Greg Joswiak wird mit den Worten zitiert, Ternus habe von Natur aus ein Gespür für großartige Produkte, „das kann man nicht lernen“. Und der frühere CEO Tim Cook soll laut Bloomberg im vergangenen Jahr in einem internen Meeting gesagt haben: „Wir waren selten die Ersten.“
Als Gegenbeispiel einer aggressiven KI-Strategie führt t3n Microsoft an: Bei Windows 11 seien KI-Funktionen inzwischen wieder reduziert worden, zuvor habe das Unternehmen sogar den Texteditor Notepad mit KI ausgestattet. Laut Statcounter laufe noch heute rund ein Viertel der PCs mit dem Vorgängersystem.
Auf der Hardwareseite hatte Ternus nach Darstellung von t3n den ersten Mac mit Touchscreen präsentiert, wobei beide Berichte die Rückkehr des leuchtenden Apple-Logos nennen; das OLED-Display und den Veranstaltungsort Los Angeles führt Viva.co.id an. Dort heißt es zudem, Apple habe im September 2026 das faltbare iPhone Duo und im Oktober 2026 einen Smart-Home-Hub in New York vorgestellt. In einem von Reuters zitierten Beitrag, den Viva.co.id am 1. November 2026 veröffentlichte, betonte Ternus seine Verbundenheit mit dem Mac, der „nie besser“ und „nie stärker“ gewesen sei als heute. Ob und wann Apple die DMA-Vorgaben erfüllt und Siri AI in der EU verfügbar macht, lassen die Quellen offen; einen Zeitplan nennen sie nicht.