TECHNOLOGIE
Altman nennt lokale DRAM-Nutzung «ziemlich schrecklich» und wirbt für Cloud-Kapazitäten
Der OpenAI-Chef argumentiert im Podcast «Cheeky Pint», private Rechner beanspruchten den knappen Arbeitsspeicher nur zu fünf Prozent der Zeit – in einer Phase stark steigender Speicherpreise.

OpenAI-Chef Sam Altman hat in der Podcast-Folge von «Cheeky Pint», in der John Collison, Mitgründer des Zahlungsdienstleisters Stripe, Gäste empfängt, dafür geworben, DRAM vorrangig in Rechenzentren zu verbauen statt in privaten Computern. Die Äusserung betrifft eine Kernfrage der KI-Branche: ob Modelle lokal auf Nutzergeräten oder zentral in der Cloud laufen – und damit, wer Zugriff auf die zuletzt stark verteuerten Speicherchips erhält.
Altman stützt sein Argument auf eine Auslastungszahl: In vielen privaten Rechnern werde der Arbeitsspeicher nur fünf Prozent der Zeit genutzt. Aus Sicht der globalen Allokation sei es «ziemlich schrecklich», dass jeder einen Teil des begrenzten weltweiten DRAM-Angebots im eigenen Computer halte; bei angespannter Versorgung müsse das Ziel eine maximale Nutzung in der Cloud sein. Altman räumte nach Darstellung von Frandroid selbst ein, dass die Intuition vieler Menschen in die Gegenrichtung weist – jeder wolle einen leistungsfähigen Rechner, der KI-Modelle lokal ausführen kann. Auf die Frage, warum der Preisanstieg keine neuen Hersteller anlocke, sagte er, die «unsichtbare Hand» des Marktes versage derzeit: Die DRAM-Produzenten hätten lange nahezu ihre gesamten Einnahmen in Fabriken gesteckt und mehrfach die Insolvenz gestreift, weshalb sie vorsichtig blieben.
Frandroid liest die Aussage als Argument gegen lokale Inferenz und merkt an, die Position komme OpenAIs Abonnementgeschäft entgegen; das Unternehmen habe zur Verknappung selbst beigetragen. Im Oktober 2025 habe OpenAI im Rahmen des Stargate-Programms Vereinbarungen mit Samsung und SK hynix angekündigt, deren Nachfrage bis zu 900 000 DRAM-Wafer pro Monat erreichen könnte. TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um rund 20 Prozent, nach rund 80 Prozent im zweiten und 40 Prozent im dritten Quartal.
UNIAN zufolge kaufen KI-Unternehmen DRAM und HBM in grossem Umfang, während Chiphersteller die profitableren Aufträge von Cloud-Betreibern bevorzugen. Apple hat Preise für einzelne Mac- und iPad-Modelle erhöht, NVIDIA hebt Grafikkartenpreise zum dritten Mal in diesem Jahr um 20 bis 30 Prozent an. Analysten rechnen damit, dass bis Ende 2026 mehrere Marken das Geschäft aufgeben oder Produktlinien kürzen; ASUS und Meizu haben den Smartphone-Markt bereits verlassen. Erwartet wird, dass die durch die KI-Industrie mitverursachte Speicherknappheit bis 2030 anhält. Nächster fassbarer Anhaltspunkt ist die von TrendForce erwartete Vertragspreisrunde des vierten Quartals 2026.