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Alphabet verfehlt die Quartalserwartungen und nährt Zweifel an hohen KI-Investitionen

Der Google-Mutterkonzern bleibt im dritten Quartal unter den Erwartungen der Wall Street; die Aktie fällt stark, während Anthropic sinkende relative Kosten für KI-Rechenleistung ausweist.

1 Nov, 09:35 · 1 sources · 2 min

Alphabet verfehlt die Quartalserwartungen und nährt Zweifel an hohen KI-Investitionen

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im dritten Quartal die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verfehlt; die Aktie sackte zum Handelsstart am Donnerstag um mehr als zwölf Prozent auf den tiefsten Stand seit März ab. In der Reaktion bündelt sich die zentrale Frage der KI-Branche: ob sich die Rekordausgaben für Künstliche Intelligenz am Ende auszahlen. Alphabet hatte nachbörslich rund zehn Prozent an Marktkapitalisierung verloren, insbesondere wegen Investitionen von 51,4 Milliarden Dollar in Rechenzentren und andere Sachanlagen.

Das operative Bild ist zwiespältig: Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar und lag damit ein halbes Prozent unter der Prognose; die Werbeerlöse rund um die Google-Suche wuchsen lediglich um zwölf Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar, während Analysten rund 65 Milliarden veranschlagt hatten. Auch YouTube blieb mit 11,2 Milliarden Dollar Werbeumsatz knapp hinter den Schätzungen zurück. Unter dem Strich verdiente Alphabet 26,2 Milliarden Dollar, ein Viertel weniger als vor einem Jahr, was 2,12 Dollar je Aktie nach 2,87 Dollar im Vorjahr entspricht; erwartet worden waren knapp drei Dollar.

Die Divergenz zu Microsoft verdeutlicht die Bewertungslogik: Microsoft wurde dafür belohnt, weniger in Rechenzentren zu investieren, Alphabet für hohe Ausgaben abgestraft. Der am Montag vorgelegte Börsenprospekt des Start-ups Anthropic aus San Francisco liefert dagegen den derzeit stärksten Beleg dafür, dass die Milliardenwette auf KI aufgehen könnte: Dem Unternehmen hinter Claude gelingt es, die Betriebskosten für KI deutlich zu senken und auf Profitabilität zuzusteuern. Im zweiten Quartal machten Ausgaben für Rechenzentrumsleistungen 48 Prozent des Umsatzes aus, nach 72 Prozent im Vorquartal und 251 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres.

Für die Branche stehen damit zwei Signale nebeneinander: hohe Kapitalbindung bei Alphabet und sinkende relative Rechenkosten bei Anthropic. Ob daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell für die KI-Infrastruktur folgt, ist mit den vorliegenden Angaben nicht entschieden. Die nächsten Quartalsbilanzen der großen KI-Investoren und weitere Angaben aus dem Anthropic-Prospekt werden zeigen, ob die Effizienzgewinne breiter werden; Prognosen lassen die Quellen nicht zu.

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