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TECHNOLOGIE

Anthropic verbindet Claude über Plaid mit Bankkonten – vorerst nur in den USA

Die Funktion „Personal Finance“ wird zunächst Abonnenten von Pro, Max und Ultra als Beta angeboten; Claude darf Kontodaten nur lesen und keine Zahlungen auslösen, ein Termin für Europa fehlt.

5 Nov, 20:26 · 13 sources · 2 min

Anthropic verbindet Claude über Plaid mit Bankkonten – vorerst nur in den USA

Anthropic hat am 5. November 2026 eine Funktion namens „Personal Finance“ für seinen Chatbot Claude vorgestellt, die in dieser Woche in den USA als Beta für die Abonnements Pro, Max und Ultra ausgerollt wird. Der Schritt verschiebt den Einsatz des Modells von allgemeinen Ratschlägen zur Auswertung tatsächlicher Kontodaten: Claude liest Salden und Transaktionshistorien und beantwortet Fragen dazu in Alltagssprache. Damit setzt Anthropic den Ausbau vertikaler Angebote fort, zu dem in diesem Jahr nach Darstellung von TechCrunch und Olhar Digital bereits Claude for Legal und Claude for Financial Services zählten.

Die Verbindung läuft über den Finanzdaten-Dienstleister Plaid. Nutzer melden sich selbst bei ihrer Bank an und erteilen die Freigabe; Claude erhält nach Angaben des Unternehmens keine Bankpasswörter. Der Zugriff ist ausschließlich lesend, das System kann Geld weder verschieben noch verwalten oder investieren. Sichtbar sind Bankname, Kontoname und -typ, die letzten vier Ziffern der Kontonummer, Salden, Kreditlimits sowie bis zu zwei Jahre Transaktionshistorie. Auf Fragen wie „Wo ist mein Geld in diesem Monat hingegangen?“ summiert Claude die Ausgaben über verbundene Konten und sortiert sie nach Kategorien; nach Angaben mehrerer Berichte weist die Funktion zudem auf Doppelbuchungen, unerwartete Gebühren und schleichend steigende Rechnungen hin, erklärt Begriffe wie den effektiven Jahreszins, berechnet gezahlte Zinsen und erzeugt Wochenübersichten, Fälligkeitskalender und Dashboards. Anthropic schränkt ein, dass Claude Fehler machen kann und Salden ein bis zwei Tage alt sein können; wichtige Zahlen sollten bei der Bank überprüft werden.

Zum Datenschutz erklärt Anthropic, Gespräche im Personal-Finance-Bereich würden nicht zum Training der Modelle verwendet; außerhalb dieses Bereichs gelten die üblichen Einstellungen. Verbindungen lassen sich jederzeit lösen, auch über Plaid, und mit der Löschung des Claude-Kontos endet die Verknüpfung automatisch, während bereits erstellte Antworten in Chats erhalten bleiben. Werbung und gesponserte Empfehlungen gibt es nach Unternehmensangaben nicht, ebenso wenig eigene Kredit-, Darlehens- oder Sparprodukte; als Anlageberatung sei das Werkzeug nicht konzipiert.

OpenAI hatte eine vergleichbare Funktion im Mai 2026 für ChatGPT eingeführt, laut AI Times seit Oktober auch für kostenlose Nutzer in den USA. Berichte unter Verweis auf Reuters ordnen den Start vor dem erwarteten Börsengang Anthropics ein. Anthropic bezeichnet Personal Finance als ersten Schritt und möchte nach eigener Darstellung Banken, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister einbinden. Einen Termin für Europa nennt das Unternehmen nicht; die französische Website 01net merkt an, Plaid sei in Europa verfügbar. Zu beobachten ist daher, ob und wann Anthropic einen europäischen Start oder Kooperationen mit regulierten Finanzinstituten bekannt gibt.

Sources

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